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Homöopathie - eine Einführung:

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Ebenenwechsel von Beschwerden

Wie gerade im vorigen Abschnitt erwähnt, bedeutet Heilung somit mehr als das bloße Verschwinden von Krankheitszeichen. Es ist nicht selten, dass im Rahmen einer symptomatischen, d.h. nicht ganzheitlichen, Therapie, einzelne Beschwerden verschwinden, aber nach kurzer Zeit erneut wieder auftreten oder, was noch schlimmer ist, anstelle der alten Beschwerde sich eine neues, schwereres Krankheitsbild zeigt.

Es besteht die Gefahr, dass sich die Symptomatik von außen nach innen verlagert und sich dadurch immer ernstere Krankheitszustände bilden (= entgegen der Hering’schen Regel). Diesen Effekt nennt man Unterdrückung. Vor allem die Schulmedizin, die den Menschen grundsätzlich nicht als Einheit betrachtet, läuft Gefahr, dies zu begünstigen. Die isolierte Betrachtungsweise dokumentiert sich allein schon im Vorhandensein der einzelnen Facharztrichtungen. Der eine Arzt behandelt die Haut, ein anderer ist für das Atmungssystem zuständig und ein dritter therapiert das Nervenssystem.

Ein Beispiel: Ein Mann leidet seit längerer Zeit an einem Hautausschlag an den Händen, für den er eine cortisonhaltige Salbe verschrieben bekommen hat. Nach einer Woche ist die Haut gut „abgeheilt“, und der Patient freut sich, dass er dieses Übel so schnell loswurde. Nach drei Wochen bekommt er im Gesicht, an den Händen und in der Kniekehle einen starken Ausschlag. Wiederum erhält er die Salbe verschrieben. Nach halbjähriger Behandlung ist der Hautausschlag endlich besiegt. Der Patient vergisst die ganze Angelegenheit. Im nächsten Frühjahr leidet er zum ersten Mal an einem starken Heuschnupfen mit Atemproblemen. Es liegt der begründete Verdacht vor, dass der Heuschnupfen eine Folge der Unterdrückung des Hautausschlages ist. Es wurde lediglich etwas ‚Kosmetik’ betrieben, d.h. an der Oberfläche therapiert, nicht aber die zugrunde liegende energetische Störung behoben. Die Erkrankung hat sich nach innen verlagert (entgegen dem Hering’schen Gesetz), der Betroffene ist kränker geworden.

Dieser unterdrückende und symptombekämpfende Therapieansatz ist vor allem im schulmedizinischen Organdenken verankert. Krankheitssymptome werden hier weniger als Ausdruck des Menschen als Einheit verstanden, sondern eher als lokal begrenzte Störung gesehen. Aber: Man kann aber auch mit Homöopathie und anderen alternativen Therapieformen unterdrücken, wenn man den Menschen nicht in seiner Ganzheit betrachtet. Verabreicht Ihnen ein „Homöopath“ beispielsweise gleichzeitig vier oder fünf homöopathische Arzneien für verschiedene Beschwerden, so scheint auch hier der ganzheitliche Ansatz nicht wirklich integriert zu sein. Genauso ist es, wenn man homöopathische Einzelmittel nur nach Krankheitsnamen anwendet (Mittel A ist gegen Krankheit A Mittel B gegen Krankheit B etc.), anstatt den ganzen Menschen zu berücksichtigen. Es ist nicht allein die Therapieform, die „gut“ oder „schlecht“ ist, das Bewusstsein des Therapeuten ist von ebensolch großer Bedeutung.

Und auch jeder klassische Homöopath kennt es aus der Praxis, wenn unbedeutendere Beschwerden prompt verschwinden, aber tiefer liegende Krankheitssymptome sich gleichzeitig noch verschlimmern. In der Regel ist eine solche Reaktion zeitlich begrenzt, d.h. der alte Zustand stellt sich wieder von selbst ein, und der Homöopath, in Kenntnis der Hering’sche Regel, wird sich auf die Suche nach einer besser passenden Arznei machen (müssen).

Im Übrigen ist es so, dass zum Glück nicht jeder Organismus sich so leicht unterdrücken lässt. Es gehören immer zwei Seiten dazu. Ein Therapieansatz, der potenziell unterdrückend wirkt, und ein Organismus, der sich auch unterdrücken lässt. Manche Menschen bekommen jahrelang kortisonhaltige Salben verordnet, ohne dass eine Unterdrückung stattfindet. Die Beschwerden verschwinden immer für kurze Zeit, ein ‚Shift’, ein ‚Ebenenwechsel’ findet zum Glück nicht statt.

Auch die gleichzeitige Anwendung verschiedener Therapien kann den Heilungsverlauf stören. Vor allem aber ist für den Behandler die Beurteilung der Reaktionen erschwert oder nahezu unmöglich. Sind es Reaktionen im Sinne der Hering’schen Regel als Folge einer passend gewählten homöopathischen Arznei oder sind es Reaktionen auf eine andere Therapie? Wenn Letzteres zutrifft, wie sind diese Reaktionen dann zu werten?

Zum Abschluss noch einmal:

Die Grundprinzipien der Klassischen Homöopathie 
- Verordnung einer Arznei nach dem Ähnlichkeitsprinzip. 
- Auswahl der Arznei aufgrund der Gesamtheit aller körperlichen und psychischen Beschwerden, Besonderheiten und Auffälligkeiten. Keine Lokalbehandlung, d.h. Behandlung einzelner lokaler Störungen (Gefahr der Unterdrückung). 
- Verwendung von potenzierten (= energetisch wirkenden) Heilmitteln.  
- Keine gleichzeitige Gabe mehrerer Mittel oder gar von Komplexmitteln. 
- Bewertung der Mittelreaktion nach der Hering’schen Regel. 
- ’Entdeckung’ neuer Arzneien durch Arzneimittelprüfung am gesunden Menschen. (Dies erfolgt meist durch Homöopathen im freiwilligen Selbstversuch).